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Wissen · Gewässer lesen

Echolot und Wetter in Simulatoren

Echte Anglerinnen und Angler lesen Wasser mit Technik und Erfahrung: Echolot, Wetterbericht, Blick auf den Himmel. Angelspiele auf dem Handy verdichten das auf wenige Zahlen. Wer weiß, was dahintersteckt, versteht diese Zahlen besser.

Was ein Echolot eigentlich misst

Ein Echolot sendet Schallimpulse senkrecht oder fächerförmig ins Wasser und misst, wie lange das Echo zurück braucht. Daraus errechnet es die Tiefe, die Beschaffenheit des Grundes und – wenn etwas zwischen Oberfläche und Grund schwimmt – kleine Bögen oder Punkte, die auf Fische hindeuten können.

Die Anzeige besteht auf vielen Geräten aus einem laufenden Streifen senkrechter Linien: je höher der Ausschlag, desto tiefer der Grund. Die Grafik oben auf der ShadeEye-Startseite ist genau davon inspiriert.

Wie die drei Spiele Tiefe und Entfernung zeigen

Ein vollständiges Echolot bewirbt keiner der drei Simulatoren im Katalog. Stattdessen übernehmen einfache Zahlen seine Aufgabe. Fishing Baron zeigt die eingestellte Tiefe, auf einem Screenshot 3,2 Meter, und nennt Tiefe und Bodenstruktur als Unterschiede zwischen seinen Angelbasen. Professional Fishing blendet die Entfernung zum Köder ein, etwa 5,8 Meter. Fishing Club 3D zeigt beim Anbiss 17,7 Meter Distanz und lässt als einziges Spiel direkt unter die Oberfläche blicken.

Das ist keine Schwäche, sondern eine sinnvolle Vereinfachung. Ein Handydisplay hat keinen Platz für eine zweite Bildschirmhälfte mit Sonarbild, und die meisten Menschen wollen beim Spielen nicht Messwerte deuten.

Person mit Rucksack am verschneiten Ufer eines Flusses im Winter
Kaltes Wasser, andere Plätze: Im Winter stehen Fische oft tiefer und ruhiger – Foto: Wikimedia Commons, CC0

Wetter, Tageszeit und Jahreszeit

Am echten Wasser beeinflussen Luftdruck, Wind, Wassertemperatur und Licht, wo Fische stehen und wie aktiv sie sind. An warmen Sommertagen ziehen sich viele Arten in tiefere, kühlere Zonen zurück; morgens und abends kommen sie näher ans Ufer. Im Winter ist der Stoffwechsel langsamer, Bisse werden vorsichtiger.

Von diesen Faktoren nennt Fishing Baron ausdrücklich die Tageszeit als Einflussgröße auf den Biss. Die Screenshots von Professional Fishing zeigen verschneite Ufer und sommerliche Flüsse als unterschiedliche Kulissen. Ob sich Wetter dort auf das Beißverhalten auswirkt, geht aus den Store-Einträgen nicht hervor – deshalb stellt ShadeEye das auch nicht als Tatsache dar.

Was man daraus für das Spielen mitnimmt

  • Tiefe ist die wichtigste Stellschraube, auch ohne Echolot.
  • Tageszeit ausprobieren, wenn ein Spiel sie als Faktor nennt – morgens und abends ist ein zweiter Versuch sinnvoll.
  • Entfernungsangaben helfen, die gleiche Stelle wiederzufinden, an der es schon einmal gebissen hat.