Ein Angelspiel für Clubmenschen
Fishing Club 3D stammt von einem Studio aus Deutschland und läuft laut Entwickler seit 2013. Man merkt dem Spiel diese lange Geschichte an: Es ist weniger ein Rückzugsort als ein Treffpunkt. Man tritt einem Club bei oder gründet einen eigenen, jeder Club hat einen Chat, in dem Plätze, Köder und Termine besprochen werden.
Die gemeinsamen Formate heißen Blitzangeln, Wochenturniere, gewertetes Clubangeln oder das Angeln auf besonders große Exemplare. Im Kern vergleichen sie immer dasselbe: Wer bringt in einer bestimmten Zeit den längeren oder schwereren Fisch an Land? Für viele ist genau das der Reiz – für andere der Grund, lieber einen der beiden ruhigeren Titel zu wählen.
Anzeige, Distanz, Strike-Moment
Der Blick unter die Wasseroberfläche ist das auffälligste Bild des Spiels. Auf dem ersten offiziellen Screenshot zieht ein Schwarm durch türkisblaues Wasser, in der Mitte steht in großen Buchstaben »Strike!«, darunter die Entfernung von 17,7 Metern und eine runde Taste zum Einholen. Links reihen sich Köder mit Stückzahlen auf.
Das ist sehr lesbar, aber voll. Zähler, Symbole und Hinweise umrahmen das Bild, und auf einem kleinen Handy bleibt vom Wasser weniger übrig als bei Professional Fishing. Dafür ist der Moment des Bisses unmissverständlich – niemand verpasst hier einen Anbiss.
Von Lake Coho bis zum Great Barrier Reef
Über 200 Fischarten verteilen sich auf Reviere in Amerika, Europa, Afrika, Australien und der Karibik. Am Lake Coho warten Zander, Muskellunge, Barsch, Lachs, Forelle und Karpfen; in Europas Flüssen und Seen Hecht, Forelle und Zander. In Afrika stehen Nilbarsch und Kamba-Wels auf der Liste.
Die Screenshots zeigen zwei Extreme: eine Regenbogenforelle vor dunklem Nadelwald und einen Mahi-Mahi über offenem Meer. Beide Szenen sind in 3D gebaut und wirken hell und freundlich, eher sommerlich als realistisch-grau.

Köder selbst mischen
Eine Ebene, die die anderen beiden Spiele so nicht haben: Man sammelt Zutaten, findet Rezepte und stellt eigene Köder und Boilies her. Die passende Kombination aus Rute, Schnur, Haken und Köder soll über besonders große Fänge entscheiden.
Das motiviert Leute, die gern tüfteln, und passt gut zum Club-Gedanken – im Chat lassen sich Rezepte und Plätze austauschen. Wer dagegen nur kurz eine Runde angeln will, empfindet die vielen Materialien schnell als Ablenkung.

Was stört
Das Spiel ist ein Online-Titel; ohne Verbindung bleibt die Rute im Schrank. Der deutsche Store-Text wiederholt Schlagwörter wie »Top« so oft, dass man die eigentlichen Informationen herausfiltern muss. Die Google-Play-Wertung liegt mit 4,1 bei 6,35 Tsd. Bewertungen deutlich unter den beiden anderen Titeln.
Hinzu kommt das Tempo. Viele Formate sind auf Vergleich mit anderen ausgelegt, Ruhephasen gibt es, aber sie sind nicht das Zentrum des Spiels.
Im Vergleich zu den beiden anderen
Neben Professional Fishing wirkt Fishing Club 3D bunter und sozialer, neben Fishing Baron weniger methodisch, dafür weltumspannend. Wer seine Angelabende mit anderen teilen möchte, findet hier den größten Rahmen. Wer lieber allein aufs Wasser schaut, beginnt besser mit einem der beiden anderen Spiele – Hinweise dazu gibt die Seite Womit anfangen?.
Stärken und Schwächen
Das gelingt
- Clubs mit eigenem Chat und gemeinsamen Wochenturnieren
- Über 200 Arten in Revieren auf fünf Kontinenten
- Köderrezepte und Zutaten geben dem Angeln eine Bastelebene
Das stört
- Ohne Internetverbindung geht nichts
- Viele Zähler und Symbole am Rand machen das Bild unruhig
- Der Store-Text ist laut und werblich, echte Informationen muss man suchen
- Wer allein und still angeln will, bekommt wenig Ruhephasen
